Morgen im aka-Filmclub

The Rocky Horror Picture Show

The Rocky Horror Picture Show

Morgen läuft im aka-Filmclub wieder die Rocky-Horror-Picture-Show, die Kinofassung von Richard O’Briens Musical, mit anschließender Motto-Party. Als eingefleischter Fan, der sich seit 364 Tagen darauf freut und das Kostüm bereit liegen hat, schrieb ich diese Hymne:

Vorneweg: Ich hasse Horrorfilme, wer also auf einen Horrorfilm gehofft hat, ist hier falsch. Die Rocky-Horror Picture Show ist eine Persiflage auf Science-Fiction- und Horror-Filme von 1975 und ganz sicher kein guter Film im eigentlichen Sinn; man wollte einfach provozieren. Trotzdem liebe ich ihn. Diese Verehrung hat aber sicher nichts mit der wirren und konfusen Handlung zu tun: ein prüdes amerikanisches Paar (Susan Sarandon, Barry Bostwick) gerät aufgrund einer Reifenpanne in die Hände eines transsexuellen Außerirdischen (Tim Curry), der sich gerade einen blonden Liebhaber, Rocky Horror (Peter Hinwood) erschafft. Danach: Chaos, sexuelle Entdeckungen und viel gute Musik (Meatloaf!).

Warum gefällt mir also dieser Film? Es ist der Kult außenherum. Wird im Film geheiratet, schmeißt das Publikum Reis. Regnet es, holt man die Wasserspritzpistolen raus. Wird ein Toast ausgesprochen, schmeißt man Toastbrot. Erscheint Rocky, eingewickelt in Mullbinden, fliegen Klopapierrollen durch den Raum. Doch das Wichtigste ist die Verkleidung: Korsage und Strapse (für Frauen UND Männer!), Hausmädchenkostüme, Federboas, ganz viel Glitzer, rote Perücken und noch mehr rote Münder. Ein Fest für die Sinne und eine riesengroße Party.

The Rocky Horror Picture Show - Photo #7

The Rocky Horror Picture Show – Tanzszene

Wenn Tim Curry anzüglich „in just seven days I can make you a man” singt und begierig beschreibt, wie der Schweiß über die Muskeln seines frisch erschaffenen Gespielen rinnt, muss man nicht auf Homoerotik stehen, damit einem innerlich warm wird – sei es auch nur aufgrund des zuvor konsumierten Alkohols verbunden mit Lachanfällen und gelegentlichen Tanzeinlagen. Und wenn Susan Sarandon als schmachtende Janet „touch me, touch me, touch me – I wanna be dirty!“ schmettert, versteht man auch, warum die katholische Kirche diesen Film nicht auf ihren Konventen vorführt. Tim Curry wurde für die Rolle des Frank N. Furter sogar mit Exkommunikation gedroht, für die Mitglieder des offiziellen Fanclub des Films (den gibt es!) ist er ein Held. Und auch viele andere Menschen teilen meine Begeisterung, das Kino Museum Lichtspiele in München zeigt den Film beispielsweise seit 1977 regelmäßig und hat extra einen passend eingerichteten Saal. Und das alles, obwohl der Film am Anfang eher floppte.

Wer nun Lust bekommen hat, den Kult mitzuerleben, dem seien die morgigen Veranstaltungen empfohlen:

The Rocky Horror Picture Show:                20:00 Uhr HS 2006

The Rocky Horror Picture Show Party:    22:00 Uhr im Ruefetto

Wer verkleidet kommt und im Besitz eines aka-Ausweises (3€) ist, zahlt für Film und Party nur 2,50€.

Mehr Infos auf: www.aka-filmclub.de

Kira Renée Kurz

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